Der stille Raum
© iStock/Dima Berlin
In einer Welt, die nie stillsteht,
vergisst man manchmal, dass der Geist Stille braucht.
Nicht als Luxus.
Sondern als Notwendigkeit.
Ein stiller Raum ist mehr als nur ein Ort ohne Lärm.
Er ist ein Ort, an dem man nicht funktionieren muss.
Nicht reagieren, nicht erfüllen, nicht erklären.
Ein Raum, in dem man einfach nur da sein darf.
Mit allem, was man ist. Und allem, was man gerade nicht ist.
Viele Menschen empfinden ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich zurückziehen.
Sie haben gelernt: Erst kommen die anderen. Dann man selbst.
Doch Rückzug ist kein Egoismus.
Er ist ein Akt der Selbstachtung.
Rückzug heißt nicht, dass man sich der Welt entzieht.
Es heißt, dass man sich selbst wieder zuwendet.
An einem Platz im eigenen Zuhause, der nur einem selbst gehört.
Eine kleine Ecke, ein Stuhl am Fenster, ein Kissen auf dem Boden.
Ein Raum, den man bewusst gestaltet – ganz für sich.
Der stille Raum erinnert daran,
dass man nicht immer funktionieren muss.
Dass man nicht immer antworten muss.
Dass man nicht ständig erreichbar, bereit oder produktiv sein muss.
