Wenn nichts mehr berührt
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Es gibt Zeiten, in denen das Leben weiterläuft –
und innerlich trotzdem kaum noch etwas ankommt.
Dinge, die früher Freude gemacht haben, fühlen sich plötzlich weit weg an.
Gespräche bleiben oberflächlich.
Musik berührt nicht mehr.
Selbst schöne Momente ziehen vorbei, ohne wirklich etwas auszulösen.
Nicht immer zeigt sich Überforderung laut.
Manchmal zeigt sie sich genau so:
Durch innere Leere.
Durch Gleichgültigkeit.
Durch das Gefühl, nur noch zu reagieren statt wirklich zu erleben.
Viele Menschen erschrecken darüber.
Weil sie denken, etwas stimme nicht mit ihnen.
Weil sie sich selbst nicht wiedererkennen.
Oder weil sie glauben, dankbar, glücklich oder erfüllt sein zu müssen.
Wenn Menschen über lange Zeit funktionieren,
zu viel tragen,
zu wenig fühlen dürfen
oder dauerhaft angespannt sind,
beginnt das Innere manchmal, sich zurückzuziehen.
Der Körper geht in einen Schutzmechanismus.
Es fühlt sich an wie ein langsames Taubwerden.
Und irgendwann entsteht das Gefühl,
nur noch neben sich selbst zu stehen.
Gerade Menschen, die früh gelernt haben, stark zu sein,
nehmen diesen Zustand oft erst spät wahr.
Weil sie gewohnt sind, weiterzumachen.
Sich zusammenzunehmen.
Sich selbst zurückzustellen.
Auch dann, wenn innerlich längst keine echte Verbindung zum Leben mehr spürbar ist.
Doch nichts mehr zu fühlen bedeutet nicht,
dass nichts mehr da ist.
Was wartet vielleicht schon lange darauf, wieder wahrgenommen zu werden?
