Sich selbst fremd werden
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Es gibt Momente im Leben,
in denen eine Leere entsteht –
und kaum noch greifbar ist, wer man eigentlich ist.
Es kündigt sich nicht an.
Es ist einfach irgendwann da.
Ein leiser Verlust.
Nicht nach außen – sondern nach innen.
Etwas wirkt vertraut – und doch fremd.
Als wäre der Kontakt zum Eigenen still geworden.
Unauffällig vielleicht.
Aber spürbar.
Oft sind es keine großen Einschnitte,
sondern viele kleine Verschiebungen.
Ein Ja, das hätte ein Nein sein sollen.
Ein Zurückstellen dessen, was einem selbst wichtig gewesen wäre.
Ein Weitermachen, obwohl man längst keinen Sinn mehr sieht.
Und irgendwann zeigt sich etwas:
Ein Lächeln ohne Gefühl.
Worte ohne Wahrheit.
Ein Leben, das gelebt wird –
ohne das eigene Herz zu berühren.
Sich selbst fremd zu werden ist kein Scheitern.
Es ist ein Hinweis.
Ein leiser Ruf.
Eine Sehnsucht.
Ein stilles Wissen, dass etwas Wesentliches fehlt.
Genau dort beginnt etwas:
Die Möglichkeit,
wieder in Kontakt zu kommen.
Mit dem, was innen liegt.
Mit dem, was lange nicht mehr gefühlt wurde.
Mit dem, was vielleicht nie ganz verschwunden war.
