Die Dinge dazwischen - Zwischen Sommerhose und Winterreifen
© iStock/master1305
Der Oktober kann sich manchmal nicht entscheiden.
Morgens ist es kalt.
Mittags sitzt man noch einmal in der Sonne.
Die Sommerkleidung ist noch nicht ganz verschwunden,
während die ersten Winterjacken wieder hervorgeholt werden.
Auf den Straßen fallen die ersten Blätter.
Im Garten blüht noch manches.
Und während die einen bereits die Heizung einschalten,
laufen andere noch barfuß durch den Tag.
Es ist eine Zeit dazwischen.
Nicht mehr richtig Sommer.
Noch nicht Winter.
Vielleicht fällt uns dieses Dazwischen gerade deshalb so auf,
weil wir vieles lieber eindeutig haben.
Anfangen.
Aufhören.
Bleiben.
Gehen.
Festhalten.
Loslassen.
Doch nicht alles im Leben lässt sich so klar voneinander trennen.
Manches ist noch da,
obwohl es eigentlich schon zu Ende geht.
Und manches beginnt bereits,
obwohl wir noch gar nicht genau wissen,
was daraus werden wird.
Diese Zeiten können sich ungewohnt anfühlen.
Weil das Alte nicht mehr ganz passt
und das Neue noch keinen festen Platz gefunden hat.
Vielleicht müssen wir diese Zwischenräume aber gar nicht so schnell überwinden.
Vielleicht dürfen sie einfach eine Weile da sein.
So wie ein Oktobertag,
an dem die Sonne noch einmal wärmt,
während längst die Winterreifen bereitliegen.
Das eine darf noch da sein,
während das andere schon beginnt.
Und genau dazwischen entsteht
etwas Neues.
